Europameisterschaft weibl./männl. U18 – Rückblick

Was für eine Europameisterschaft! 2 x Gold für Deutschland, 1 x Gold für den Ausrichter TSV LoLa.

Sorgten für eine perfekte EM. Sechs Verantwortliche des neunköpfigen Orga-Teams des TSV LoLa

Am vergangenen Wochenende fanden in Hohenlockstedt die diesjährige EM der weibl. und männl. U18 statt. Ursprünglich sollte die Meisterschaft in Österreich ausgetragen werden. Da sich dort aber kein Ausrichter gefunden hat, sprang der TSV LoLa kurzfristig ein. Nach einer nur sechsmonatigen Vorbereitung stampfte die Faustballabteilung mit einem neunköpfigen Organisationsteam eine perfekt organisierte Veranstaltung aus dem Boden, die allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wer das sportliche Spektakel nicht live vor Ort erleben konnte, war durch die Live-Übertragung über Sportdeutschland-TV und über die Homepage des TSV LoLa bestens im Bilde. An dieser Stelle möchte ich mich bei den Faustballern des TSV LoLa sowie bei allen weiteren Helferinnen und Helfern im Namen unseres Fachgebietes recht herzlich bedanken.

EM weibl. U18

Unsere Gold-Mädels
Bildquelle: Uwe Spille

Mit den Nachwuchsteams aus Österreich, der Schweiz und Deutschland kämpften drei Nationen um den Titel. Als Titelverteidiger ging unser Nationalteam als Favorit in die diesjährigen Meisterschaft und um es vorweg zu nehmen, es wurde seiner Rolle mehr als gerecht. Im Auftaktspiel am Samstag hatte das Schweizer Team gegen unsere stark aufspielenden Mädels bei der 0:3 Satzniederlage (7:11, 3:11 und 7:11) keine Chance. Nachdem Österreich sein Auftaktspiel gegen die Schweiz ebenfalls mit 3:0 Sätzen gewinnen konnte, zeichnete sich ab, dass Österreich eine ganz andere Nummer werden könnte. Doch auch hier war die Überlegenheit unserer Mannschaft einfach zu groß. Die ersten beiden Sätze konnten unsere Mädels locker mit jeweils 11:6 Bällen für sich entscheiden. Erst im dritten Satz hielten die Österreicherinnen lange Zeit mit und es bahnte sich der erste Satzverlust für Deutschland an. Aber mit einer großartigen Abwehrarbeit und gekonnten Angriffszügen sicherte sich unser Team dann doch noch knapp aber verdient mit 13:11 Bällen den dritten Satz. Mit einer absolut weißen Weste (4:0 Pkt. und 6:0 Sätze) hatte die deutsche Mannschaft damit bereits das für Sonntag angesetzte Endspiel erreicht.

Maya Mehle, Hauptangreiferin wU18.
Bundestrainer Hartmut Maus:
Maya Mehle ist eine Instinkt-Faustballerin. Die Schläge, die sie kann, kann sonst keiner!
Bildquelle: Uwe Spille

Zuvor wurde aber am Sonntagmittag der Endspielgegner zwischen der Schweiz und Österreich ermittelt. Zwar konnte Österreich sich wie bereits in der Vorrunde im ersten Satz klar und deutlich mit 11:3 Bällen durchsetzen, doch die Schweizerinnen hielten dagegen und glichen mit dem 11:7 im zweiten Satz zum Satzausgleich aus. Danach war aber Schluss mit lustig. In den Sätzen drei (11:5) und vier (11:7) fand Österreich zu ihrem Spiel zurück. Nach diesem 3:1 Satzerfolg stand Österreich als Endspielgegner fest. Wer jetzt auf ein spannendes Endspiel gehofft hatte, wurde zum Glück aus deutscher Sicht enttäuscht. Gegen die gewitzten Angaben und Rückschläge der Hauptangreiferin, Maya Mehle, sowie gegen die gut stehende Abwehr fand Österreich kein Mittel. Nach den ersten beiden verlorenen Sätze (6:11 und 5:11) keimte im Österreichischen Lager im dritten Satz nach dem 6:6 Ballausgleich noch einmal etwas Hoffnung auf, doch die 8:11 Niederlage konnte das Team nicht verhindern.

Ohne Punkt- und Satzverlust verteidigte Deutschland erfolgreich seinen Titel. Herzlichen Glückwunsch.

Silber ging an Österreich, die Bronzemedaille an die Schweiz.

EM männl. U18

Auch hier ging das Deutsche Nationalteam als Titelverteidiger ins Rennen. Wollte man den Titel erfolgreich verteidigen,

Unsere Gold-Jungs
Bildquelle: Uwe Spille

musste sich unsere Mannschaft gegen Italien, die Schweiz und Österreich durchsetzen. Zu einem Heimspiel wurde die EM für die beiden Auswahlspieler aus dem Lockstedter Lager, Kjell Butzke und Hannes Himmelhan. Beide konnten sich für die Nationalmannschaften bei den Vorbereitungslehrgängen empfehlen und gehörten während der EM zu den Stützen der deutschen Mannschaft. Im Eröffnungsspiel am Samstag wurde mit der Schweiz gleich der erste Gegner aus dem Weg geräumt. Mit 0:3 Sätzen (4:11, 8:11 und 7:11) hatten die Alpenländer das Nachsehen. In ihrem zweiten Spiel gegen die als Außenseiter angereiste italienische Mannschaft hatte unser Team doch mehr Schwierigkeiten als viele erwartet hatten. Nach den beiden ersten knapp mit 11:9 Bällen gewonnen Sätzen, war der Bann im dritten Satz mit dem 11:5 Erfolg gebrochen. Der letzte Gegner am Samstag hieß dann Österreich, das sich in seinen beiden Spielen gegen die Italien (3:0) und gegen die Schweiz (3:1) ebenfalls durchsetzen konnte. Bei dem Aufeinandertreffen der beiden bisher siegreichen Mannschaften behielt unser Team trotz erheblicher Gegenwehr im ersten (11:9) und dritten Satz (12:10) die Oberhand. Der zweite Satz konnte im Handstreich mit 11:4 Bällen nach Hause gebracht werden. Nachdem die Schweiz sich mit 3:0 Sätzen gegen Italien durchsetzen konnte, standen die Qualifikationsspiele für den Sonntag fest. Deutschland traf für den Einzug ins Finale auf Italien, Österreich auf die Schweiz.

Kämpferisch und spielerisch immer auf der Höhe:
Hannes Himmelhan, TSV LoLa
Bildquelle: Ch. Kadgien

Nach dem 11:3, 11:4 und 11:6-Erfolg gegen Italien durfte sich das Deutsche Team über den Finaleinzug freuen. Weniger Mühe als am Samstag hatten die Österreicher dann gegen die Schweiz. Während sie am Samstag noch einen Satz abgegeben mussten, ließen sie den Schweizern mit dem 11:5, 11:8 und 11:3 keine Chancen und standen damit wie bereits 2015 und 2017 erneut als Finalgegner gegen unsere Mannschaft fest.

Im Spiel um Platz 3 ging die Kraft auf immer noch aufopfernd kämpfenden Italiener langsam am Ende. Souverän setzte sich das Schweizer Team mit 3:0 Sätzen durch. Die diesjährige Europameisterschaft der männl. U18 sollte mit einem denkwürdigen Spiel ausklingen. Das Spiel wurde zu einer echten Werbung für den Faustballsport. Dieses Spiel war packender, spannender und spektakulärer als jeder Sonntagabend-Krimi: Sehenswerte Ballwechsel, irre Rettungsaktionen, unerwartete Comebacks und unnötige vergebene Führungen, die gut 500 Zuschauer trauten ihren Augen nicht. Zitat eines Zuschauers: „Ich weiß zwar nicht was die Österreicher genommen haben, aber es wirkt auf jeden Fall!“. Im Sauseschritt holte sich Österreich den ersten Satz mit 11:4 Bällen. Auch im zweiten Satz lagen das Team bereits mit 9:5 in Führung und gerieten dann aber mit einer möglichen Vorentscheidung vor Augen ins Wanken. Durch mehrere leichte Fehler der ansonsten

Überzeugte mit seinen Leistungen nicht nur die Bundestrainer:
Kjell Butzke, TSV LoLa
Bildquelle: Ch. Kadgien

stark aufspielenden österreichischen Angriffsreihe kam unser Team zurück ins Spiel, holte sich sechs Bälle in Folge und glich mit dem schon nicht mehr für möglich gehaltenen 11:9 zum Satzausgleich aus. Im dritten Satz wogte das Spiel hin und her. Deutschland hatte schon vier Satzbälle, konnten den Sack aber erst mit 15:13 in der Verlängerung zumachen. 2:1 Satzführung für Deutschland! Doch der Gegner wollte sich einfach nicht geschlagen geben und baute seine Führung im vierten Satz bereits auf 7:3 Bälle aus. Unser Team kam zwar noch einmal heran, musste Satz vier dann aber mit dem 8:11 an Österreich abgeben. Im fünften und damit im Entscheidungssatz schien unsere Mannschaft nach der 5:1 Ballführung der Österreicher auf der Verliererstraße zu sein. Dann aber besann sich unser Team mit Löwe und Butzke im Angriff wieder auf ihre Stärken, glichen die Führung der Österreicher aus und gingen mit 8:6 Bällen in Führung. Danach erneuter Ausgleich der Österreicher, die anschließend sogar beim Stand von 10:9 ihren ersten Matchball gegen Deutschland hatten. Abgewehrt und ein weiterer Matchball, dieses Mal für unser Team. Matchball abgewehrt. Neuer Matchball für Österreich und dann sind wir endlich da. Mit drei Bällen in Folge konnte unser Team mit 14:12 Bällen den fünften Satz für sich entscheiden.

Großer Jubel und Erleichterung im Deutschen Lager. Titelverteidigung erfolgreich beendet. Was für ein Finale! Danke an beide Mannschaften. Wie bei der Siegerehrung trefflich festgestellt worden ist, dieses Spiel hätte eigentlich keinen Verlierer verdient.

Europameister Feld 2019: Deutschland. Herzlichen Glückwunsch!

Silber für Österreich, Bronze für die Schweiz und Platz vier für Italien.

Jugendlager vom1 5.07. bis 19.07.2019

Im Anschluss an dieser denkwürdigen EM ist der TSV LoLa für viele Akteure noch Gastgeber während des internationalen Jugendlager. In dem umfangreichen Programm sollen unser ausländischen Gäste Schleswig-Holstein und die Stadt Hamburg kennenlernen. Gemeinsame Trainingseinheiten sowie weitere Länderspiele  runden das umfangreiche Programm ab.

Ein umfangreiches Programm wartet auf die Akteure.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Thomas Boll